Herr Aschauer, wie geht es Ihnen?
Danke, gut.
Seit wann sind sie bei der Lebenshilfe Vorarlberg angestellt?
Ich bin seit dem ersten September 2010 bei der Lebenshilfe Vorarlberg über die Dienstleistung "Arbeiten mit Dienstvertrag" angestellt. Diese ist auf drei Jahre befristet und ermöglicht mir, Praktika bei Wirtschaftsunternehmen zu absolvieren. Das Ziel ist es, in dieser Zeitspanne einen fixen Arbeitsplatz zu finden.
Was hat sich seither für sie geändert?
Ich verdiene mehr. Ich versuche genauer zu arbeiten – meine Einstellung hat sich geändert, seit ich Mitarbeiter bin und ich werde weiterhin dazulernen.
Wie hat ihr Umfeld auf den Arbeitsplatz reagiert?
Sehr positiv – Meine Familie hat sich sehr für mich gefreut.
Wie sieht ihr Tagesablauf aus?
Am Morgen stehe ich auf und frühstücke. Zur Arbeit fahre ich dann mit dem Zug. Während des Tages sammle ich volle ÖkoBags ein – die an den Straßen stehen – und tausche die vollen gegen leere Bags. Ich laufe sehr viel kleine Straßen ab. Nach der Arbeit fahre ich nachhause und gestalte meine Freizeit bis zum Abendessen. Nachher gehe ich in einen Jugendklub, auf die Feuerwehrprobe oder ich verbringe Zeit mit meiner Familie.
Was sagen sie zum Mentoring/Begleitung?
Eine sehr gute Sache, während der 40% Begeleitung kann ich mich auf den nächsten Tag vorbereiten bzw. ich kann mich auch auf eine ganztages Stelle vorbereiten. Arbeiten und Mentoring ist eine gute Kombination – ich habe weniger Druck. Ich sehe das als gute Vorbereitung für eine Ganztagesstelle.
Können Sie ihre Arbeit und ihr überaktives Verhalten (Hyperaktivität/ADS) gut vereinbaren?
Da gibt es keine Belastung, da ich während der Arbeit körperlich viel laufen muss und meine Energie abbauen kann – Am Abend bin ich dann müde.
Was nehmen sie sich für die Zukunft vor?
Ich hätte gerne einen „normalen“ Arbeitsplatz oder einen geschützten Arbeitsplatz in den Bereichen Baugewerbe, Lager oder Bauhof.
Würden Sie anderen Menschen mit Behinderungen eine Anstellung mit Dienstvertrag empfehlen?
Absolut, ich finde „Arbeiten mit Dienstvertrag“ eine gute Sache von Seiten des Landes und der Lebenshilfe Vorarlberg. Ich wünsche mir, dass durch die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsbetrieben in Zukunft mehr derartige Arbeitsplätze geschaffen werden können.
|